Jan Deichmohle: Feminismus – Ungleichgewicht und Ungleichheit

Feminismus - Bundesforum Männer - Misandrie - NICHT-Feminist

Nicht Frauen, sondern Männer sind aus biologischen Gründen benachteiligt, stärker belastet und unterdrückt.

Sexuelle Selektion wird bei Mensch und verwandten Tieren von Frauen ausgeübt, die aufgrund von Schwangerschaft und Geburt im Zentrum von Familie und Fortpflanzung stehen, wogegen Männer sich um Zugang bemühen müssen.

Beweise für klare Benachteiligung oder Unterdrückung von Männern und Bevorzugung von Frauen lieferte die Genetik für einen Zeitraum von mindestens 60.000 Jahren, wie der Artikel „Female Choice and Feminism”, ein Auszug aus Band 4, darlegt. In dieser Zeitspanne pflanzten sich nachweislich vier- bis fünfmal so viele Frauen fort wie Männer. Die übrigen Männer wurden diskriminiert und ausgeschlossen. Deutlicher und krasser kann Unterdrückung kaum sein.

Alle feministischen Wellen betrieben und verstärkten weibliche Dominanz, wogegen ausgleichende männliche Kräfte beseitigt wurden, ebenso Kultur, die beide Geschlechter aufeinander bezieht und Interessenskonflikte vermeidet.

Weitere biologische Gründe wurden in dem Artikel dargelegt: Um Kinder und damit die Zukunft des Stammes zu schützen und fördern, werden außer Kindern auch Mütter und allgemein Frauen stark bevorzugt, nicht nur im Leben, sondern bereits in unserer – verklärten – Wahrnehmung. Ebenso werden aus evolutionären Gründen Männer umso drastischer bereits schlechter wahrgenommen, und in der Folge dann auch schlechter behandelt, je tiefer ihr Rang oder Ansehen ist. Denn evolutionär werden schlechte Gene über Männer gefiltert, nicht über Frauen. Rangniedere Männer sollen sich nicht oder wenig fortpflanzen, weswegen wir sie angeboren schlechter wahrnehmen. Unfaire Wahrnehmung von Männern ist ein Schutz der Evolution gegen Umgehung des Ausschlusses, weshalb es kein Mitleid für Männer gibt, wohl aber für Frauen. Die Opferrolle des Feminismus beruht auf diesem biologischen Mechanismus, der eine Bevorzugung der Frau darstellt.

Damit der evolutionäre Schutz vor Unterlaufen der Diskriminierung aller rangniederen Männer nicht leicht ausgeschaltet werden kann, wird er aus bewußter Wahrnehmung verdrängt. Darauf beruht die krasse Einseitigkeit der Wahrnehmung, die jeder Männerrechtler kennt, der verspottet, ignoriert oder empört abgewiesen wird mit seinem Versuch, über reales Unrecht aufzuklären. Fast alle Männer und Frauen werden das auf emotionaler Ebene zurückweisen und sich gar nicht die Mühe machen, sachliche Argumente auch nur zu prüfen.

Das genaue Gegenteil erleben Feministen, deren unberechtigtes Klagen über eingebildetes Unrecht wohlwollend gehört, rascher akzeptiert oder gar zur Staatsdoktrin erhoben wird.

«Nach 1750 verfiel innerhalb von kaum zwei Jahrzehnten die naturale Männlichkeit dem Verdikt der Tyrannei und der Triebhaftigkeit. Aus der maskulinen Natur wurde die Vernunft evakuiert und durch Gewalt und Selbstsucht ersetzt, die Erzeugung einer „positiven” Männlichkeit überantwortet man dem Wirken der Geschichte, den Kräften der Zivilisation und der Erziehung.» (Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 48 – 49)

Außerdem gab es eine zivilisatorische Verstärkung solcher Schiefsicht im Westen, besonders kraß seit der „Sattelzeit” um 1800, in der Männer bereits als „tyrannische Wilde” hingestellt und Frauen als positive Lichtgestalt dagegen aufgebaut wurden in der Zuschreibung allgemein anerkannter Philosophie der Epoche. Der Sinn solcher Verteufelung von Männern und Männlichkeit mag darin gelegen haben, bekämpfte Glaubensformen (Heiden) zu diffamieren, später die „wilden Männer” durch Kolonialmächte zu erobernder Länder, und schließlich das Naturrecht des Anciien Régimes und kulturelle Traditionen zu verleumden, die von Nationalstaat, der modernen kapitalistischen Ökonomie unter Verwendung aufklärerischer Philosophie besiegt werden sollten. Doch wurde solche schwarze Konfliktspropaganda letztlich endemisch, zum Teil der Zivilisation, wodurch so etwas wie Feminismus entstehen konnte. Außer der Bekämpfung konkurrierender Gesellschaftssysteme durch Darstellung ihrer Männer als tyrannisch und ihrer Frauen als unterdrückt war offenbar bei der systematischen Verankerung in der Sattelzeit ein Ziel auch bereits ein Druck auf Männer, sich den neuen Regeln anzupassen, dem neuen Regime zu unterwerfen, um als „zivilisiert” statt „tyrannisch” zu gelten.

«Die Relektüre ergibt hingegen, daß Fichte in enger Anlehnung an das Geschlechterbild der Zeit eine komplexe Geschlechterkybernetik entwirft, die vor allem dazu dienen soll, Männlichkeit, die er als das „absolut Böse” bereichnet, einzuhegen und zu zivilisieren.» (Christoph Kucklick, Das unmoralische Geschlecht, S. 31)

Eine weitere, dieses Mal militante, extremistische und wütende Übersteigerung betrieben alle feministische Wellen mit solcher bereits verankerter Schiefsicht.

Nicht mehr Gleichheit, sondern verstärktes Vorurteil, in der Folge verstärktes Ungleichgewicht und mehr Ungleichheit bewirkte die auf falschen Annahmen gründende feministische Sicht, die Frauenbevorzugung und negative Wahrnehmung von Männern weiter verstärkte.

Weitere Artikel im deutschsprachigen Blog vertieften die historischen Belege, darunter „Jugendkulturen (eigentlich Jugendrebellionen) gegen Feminismusfolgen” und „Grundirrtümer westlicher Zivilisation und feministische Grundlagen der Männerforschung”, die ebenfalls Auszüge aus Band 4 sind. „Kultur und Geschlecht” verwies auf die historischen Ergebnisse Martin van Crevelds in „Das bevorzugte Geschlecht”.

Zu allen Zeiten wurden Frauen in allen Kulturen bevorzugt. Hinzu kam eine angeborene schiefe Wahrnehmung, die Frauen bevorzugt und Männer benachteiligt, siehe Artikel „Schiefe Wahrnehmung und was Kultur ausmacht”, „Tagesblick auf die Presse 12.10.2015 – Die verzerrte Wahrnehmung und ihre Ursachen” und „Folgerungen aus Fakten der Evolution”.

Weiter bewiesen Band 1 „Kultur und Geschlecht”, daß Differenz keine Benachteiligung von Frauen ist, sondern in ihrem Sinne, von weiblicher Selektion erst als Geschlechtsunterschied der menschlichen Art geschaffen, sodann als kulturelle Ergänzungsstruktur, einer menschlichen Universalie, auf der Kultur gründet.

Folglich ist der Mann benachteiligt vom Leben, nicht die bevorzugte Frau, entspringt auch Differenz ursprünglich der sexuellen Selektionsmacht der Frau und ihren Interessen, ist aber grundlegend für die Existenz von Kultur. Mithin war die Idee, Geschlechter gleichzumachen, keine „Befreiung”, sondern eine systematische Zerstörung von Kultur, menschlichen Universalien, und bedeutete eine Vergrößerung von Ungleichheit und Ungleichgewicht. Es war eine verrückte und sehr schädliche Idee. Nicht beide Geschlechter möglichst gleich zu machen, sondern möglichst viel an Gegenseitigkeit, Ergänzung, Tausch und verläßlichen Strukturen, mithin Kultur zu schaffen, ist wichtig für menschliches Leben, ob für die Gesellschaft oder für Individuen. Der Verlust an Kultur, nicht ihr Bestand, ist unser Problem.

Eine schädliche Idee wurde zur Ideologie, zum Dogma, schließlich zum Grab für unabdingbare universale Grundlagen menschlichen Zusammenlebens. Diese der Natur des Menschen unangemessene Idee wurde der Tod von Kultur, die ebenso auf Differenz gründet wie Sprache. Ohne Differenz keine unterscheidbaren Laute als Bedeutungsträger; ohne Differenz kein Tausch, keine Gegenseitigkeit, Ergänzung, Verläßlichkeit und kein Gefühl, das über ichsüchtiges Habenwollen hinausgeht. Darüber hinaus war diese Idee niemals ernstgemeint, denn Feminismus aller Wellen betrieb Ungleichheit und Unterdrückung von Männern.

«Let us take another idol. This time we tread on sacred ground indeed – equality between the sexes. .. But for some time past the tendency of the bourgeois world, as expressed in its legislation and sentiment, has been towards a factitious exaltation of the woman at the expense of the man – in other words, the cry for “equality between the sexes” has in the course of its realisation become a sham, masking a de facto inequality. The inequality in question presses as usual, heaviest on working-man, whose wife, to all intents and purposes has him completely in her power. If dissolute or drunken, she can sell up his goods or break up his home at pleasure, and still compel him to keep her and live with her to her life’s end. There is no law to protect him. On the other hand, let him but raise a finger in a moment of exasperation against this precious representative of the sacred principle of “womanhood,” and straightway he is consigned to the treadmill for his six months amid the jubilation of the D.T. and its kindred, who pronounce him a brute and sing paeans over the power of the “law” to protect the innocent and helpless female. Thus does bourgeois society offer sacrifice to the idol “equality between the sexes.”» (Ernest Belfort Bax, ‘The False Idol of Equality Between the Sexes’ 1886)

Umerziehung von Männern und Kontrolle männlicher Sexualität waren bereits Ziel der „Sittlichkeitsbewegung”, die auch nach Ansicht von Feministinnen eine Vorstufe des Feminismus war, die in die erste feministische Welle überging.

«At the core of the Social Purity movement was the conviction that sexuality had to be controlled. Many reformers believed that because incontinence was basically associated with man, it was woman’s mission to reeducate him. To the extent that it accepted the idea of feminine moral superiority» (http://historyoffeminism.com/category/first-wave-feminism/)

Diese Tendenz zur Kontrolle von Männern wurde sogar schon im 17. Jahrhundert bemerkt.

«Recently, W.F.Price at the Spearhead revealed that proto-feminists were lobbying the British government as far back as the 17th century when their sexual interests were seen as threatened by the emergence of male frequented coffee houses. This was a prelude to the social purity movements of the 19th century, described above, which feminist academics have always acknowledged as the birth pangs»

Über Jahrhunderte ist das Bestreben feministischer Wellen und ihrer Vorläufer dokumentiert, die Macht von Frauen durch Kontrolle männlicher Sexualität zu steigern. Da biologisch die Macht bei Mensch und Tier bei Sexualität und Fortpflanzung ohnehin beim weiblichen Geschlecht liegt, bedeutet solche femnistische Übersteigerung weiblicher Dominanz und Kontrolle von Männern eine totale Entrechtung des männlichen Geschlechts. Es ist entscheidend wichtig, zu begreifen, wer tatsächlich unterdrückt wird, und wer wirklich bevorzugt und biologisch dominant ist, weil sonst Wahrnehmung und Entscheidungen falsch sind, Generationen in verkehrte Richtung laufen, und mit ihren Handlungen das Ungleichgewicht verschlimmern statt reduzieren.

«Summary of the Social Purity Movement
A feminist historian gives a summary of the Social Purity Movement – the 19th century pre-curser of feminism and the origin of the Sexual Trade Union. The historian – Laura Hapke – makes the claim that the Social Purity Movement was ‘not fully feminist’ because it tended to opppose contraception and abortion. This is merely a judgement from a left-wing contemporary feminist eager to maintain that such issues are intrinsic to feminism. In fact, they are secondary. The only necessary and defining features of feminism is that it seeks to maintain female sexual value through the control of male sexuality. The Social Purity Movement was indeed feminism in its most pure form.»

Weitere konkrete Nachweise für steigende Ungleichheit durch feministische Wellen stellte Band 2 „Ideologiekritik am Feminismus: Krieg gegen Mann, Natur und Kultur” vor: 1887 wurde ein unter dem Druck der ersten feministischen Welle und damaliger schiefer Sicht erlassenes Gesetz beklagt, stellvertretende für viele andere Gesetze und Regelungen, derzufolge Jungen und Männer hart bestraft, Mädchen und Frauen für dasselbe gar nicht oder kaum belangt wurden.

«Ich denke, daß der Vagina-Aberglaube nirgends deutlicher wird als in der Strafgesetzgebung. Der zarte Körper eines jungen Kindes mag von einem brutalen Polizisten geschunden werden, nur weil es zufällig männlichen Geschlechts ist; wäre es weiblich, so wäre es ein Sakrileg, Hand an es zu legen, und für genau das gleiche Vergehen gäbe es praktisch keine Strafe… Betrachtet den Paragraphen der jüngsten Ergänzung des Strafrechts, wo im Falle ungesetzlichen Geschlechtsverkehrs zwischen einem Jungen und einem Mädchen der Junge für fünf Jahre ins Gefängnis oder eine Besserungsanstalt geschickt werden kann, dem Mädchen aber absolut nichts geschieht… Was für eine rationale Grundlage kann es dafür geben, strafrechtliche Konsequenzen auf eine Seite der Gleichung zu beschränken1 (To-Day magazine, Oktober 1887, 19. Jahrhundert! Das war der Stand schon bei Beginn der ersten feministischen Welle.)

Band 2 zitiert ein Buch von 1925, wie kraß Mädchen gegenüber Jungen von Anhängern der „Reformbewegung” bevorzugt wurden, wobei sich offensichtlich angeborene Schiefsicht der menschlichen Art, zivilisatorische Schiefsicht und Feminismus der ersten Welle verbünden.

«ja, der Knabe oder Jüngling zählt überhaupt kaum(Lindsey a.a.O., S. 94, 1925)

«Daher fragten mich die 60 Schülerinnen auch nicht danach, was die Jungen tun sollten. Es war klar, daß sie alles für die Jungen mit entscheiden würden, wenn sie nur erst selbst genau ihren Weg wüßten.» (Lindsey a.a.O., S. 94-5, 1925)

Schwere Probleme von Jugendlichen waren schon damals die Folge. Diese Spur läßt sich bis zur Romantik zurückverfolgen, siehe „Jugendbewegungen gegen Feminismusfolgen”.

Von 1926 berichtet Band 2 die Gründung der „Liga für Männerrechte” mit sehr vertrauten Klagen über starke weibliche Bevorzugung, Benachteiligung von Männern, und heimtückisch und profitabel entsorgten Ehemännern. Einige wurden von ihren Frauen damals ins Gefängnis oder in die Klapsmühle gesteckt, spricht psychiatrisiert, wogegen heute eher das Modell Abzocken durch Scheidung verbreitet ist. Jeweils lieferten schiefe Gesetze die Steilvorlage für feministisches Ausnützen.

«Berlin, 27. Mai 1926
… Die Massenveranstaltung wurde abgehalten unter dem Leitspruch „Gleiche Rechte für Männer.” …
„Wir lieben und ehren die Damen”; sagte Hoeverth, „aber wir wollen unseren Nachkommen wieder richtige Mütter und Ehefrauen hinterlassen, und verhindern, daß diese von der angeblichen Emanzipation der Frau vernichtet werden” …
Ein großer Teil der Gefängnisinsassen, sagte Wollner, kamen aufgrund der Anschuldigungen ihrer eigenen Frauen dahin. Eine beträchtliche Anzahl der Insassen psychiatrischer Anstalten, klagte er an, wurde von ihren eigenen Gattinnen dahin gebracht, weil sie ihnen im Wege waren.
„Der Grund für all das”, sagte Wollner, „ist, daß die Autoritäten Frauen alles glauben und Männern nichts.” … Die Hauptbeschwerde der Ligamitglieder richtete sich gegen Unterhaltsansprüche geschiedener Frauen und Pflichten zur Alimentierung unverheirateter Mütter.
Hofeneder, Sekretär der Liga, beschrieb die Verpflichtung zu Alimente und Unterhalt als eine grausame Verfolgung von Männern, die oft nicht nur von Gier, sondern auch von Rachegefühlen und reiner „Bösartigkeit” getragen sei. Nach dem gegenwärtigen österreichischen Gesetz, sagte Hofeneder, hat die unverheiratete Mutter praktisch die Wahl, wen sie als Vater für ihr Kind herausgreifen will…»2 (The Daily Gleaner, Kingston, Jamaica, 19. Juni, 1926)

Von 1956 berichtete Band 2, wie alte Kulturen mit sehr liebesfähigen Frauen und einer Kultur der Liebe mit militärischem, politischen und wirtschaftlichem Druck beschädigt und kaputt gemacht wurden, damals noch mit der Ideologie der ersten feministischen Welle. Wenig später sollte die zweite feministische Welle das Zerstörungswerk fortsetzen und mit Genderideologie zu einer totalitären Kulturvernichtungsrevolution steigern.

Zugleich wurde von allen feministischen Wellen jegliche weibliche Dominanz, ob bei sexueller Selektion, Entscheidung über Schwangerschaft und Abtreibung, später Kinder zu einer de facto allein weiblichen Entscheidung überspitzt, bei der Männer nichts zu sagen haben, wenn die Frau das nicht will, wogegen sämtliche männlichen Machtbereiche, die ein – labiles und schwächeres – Gegengewicht bilden könnten, vollständig zerschlagen und abgeschafft, als „Unterdrückung” übelst verleumdet wurden.

«So we went to the great big collectives … No men were aloud in. A few men were allowed to work … But it was all women. … What woman would like to put her child up in a 24 hour nursery? And we were told that marriage was a dangerous place for women and children. And that essentially the new model would be women and children without men. And this whole thing was rolled out in front of us. And this going to be the new movement and men were going to be side-tracked.» (Erin Pizzey beschreibt die 1960er Jahre, Interview, siehe unten)

Alle feministischen Wellen haben Ungleichheit und Ungleichgewicht massiv verstärkt. Doch auch Gleichheit bedeutet aufgrund biologisch folgenreicher Unterschiede nicht Gleichgewicht, sondern Ungleichgewicht.

Gleich sein zu wollen war durchaus, als was der Wunsch ursprünglich wahrgenommen wurde – eine ziemlich absonderliche Verirrung aus Neid, die eher ein Fall für psychologische Studien sein könnte, oder sich aus einer lesbischen Veranlagung erklären, bei der Tausch zwischen Mann und Frau viel von seinem Sinn verliert.

Die tatsächliche Ursache für Unzufriedenheit vieler Frauen – besonders in den 1960ern – war Isolierung zu Hause. Erin Pizzey erzählt, wie ihr Mann hart arbeitete für ihr Privileg, sich für das Leben als Hausfrau entscheiden zu können.

«I was a very happy housewife. I considered myself to be extremely fortunate to be able to stay at home and make a choice of looking after the house and the half.» (Erin Pizzey, Interview, siehe oben)

Traditionelle Kultur, die Frauen gesellige Tätigkeiten gegeben hätte, etwa zusammen Geschirr und Körbe zu fertigen, mit Freundinnen, Nachbarinnen und ihrer Familie, umgeben von spielenden Kindern, war längst erloschen. In der Folge war das luxuriöse Zuhause, für das ihr Mann hart arbeiten mußte, auch zum Ort von Isolierung geworden, fehlte es an Aufgaben für Frauen.

«Well unlike the families in the Middle East where I grew up, and where strong and extended, we were so totally isolated. And I remember the loneliness» (Erin Pizzey, Interview, siehe oben)

und mangelnde Anforderungen an Hausfrauen.

«Ms. Friedan sagte, als sie die feministische Bewegung 1963 gründete, — daß die „Gesellschaft so wenig von Frauen verlangt… Es war nicht zu viel, was von ihnen verlangt wurde, sondern zu wenig.”» (Betty Friedan, The Feminine Mystique, pp. 338, 252, nach Amneus)

Beides war eine Folge früherer Feminismuswellen und der Verlustes kultureller Struktur. Denn auch die Rolle der Hausfrau war nicht klassische, zeitlose Kultur, sondern deren Verfallsprodukt. Dies war in Band 2 gezeigt worden; ironischerweise sagen feministische Quellen dasselbe:

«Die Frauen unterstreichen die zwingende Notwendigkeit, für ihre Kinder Gleichaltrigenkontakte außerhalb der Familie angeboten zu bekommen, und beschreiben die moralische Überforderung, aber physische Unterforderung der Hausarbeit. In der Tat hat sich der Typus der Kleinfamilie mit diesen Handlungsstrukturen erst nach dem zweiten Weltkrieg …. herausgebildet» (Helga Krüger, in Marlis Krüger, Was heißt hier eigentlich feministisch?, 1993, S. 69)

«Eigentlich wissen sie es selbst: Sie rebellieren gegen etwas, das erst vor wenigen Jahrzehnten entstanden war. Daher ist es unentschuldbar, wenn sie nicht begreifen, daß sich ihr Aufstand gegen eine Feminismusfolge richtet, die mit verbissenem Nachdruck durch Frauenvereine noch kurz vorher in anderen Ländern wie Japan verbreitet worden war.» (Band 2)

In der viktorianischen Zeit waren Damen von Stande froh, keine anderen Aufgaben zu haben als ihre Familie. Es war ein bevorzugtes Leben von Damen aus wohlhabenden Kreisen, die ihre Zeit des Müßigganges mit Luxus, Zusammenkünften in Kaffeekränzchen und Salons auszufüllen wußten, aber kulturell gesehen ein letztlich müßiges, eitles und leeres Leben. Denn Kultur beruhte ursprünglich in aller Welt auf einem Tausch von Gaben und Aufgaben, nicht auf luxuriösem Nichtstun. Die verbliebenen häuslichen Aufgaben waren durch technische Fortschritte immer geringer und unwichtiger geworden. Das war der wirkliche Grund der Unzufriedenheit mit dem Zustand in den 1950ern: Statt einer „patriarchalischen Unterdrückung”, die es niemals gegeben hat, war es ein leeres Luxusleben bevorzugter Hausfrauen höherer Stände, die keine nützlichen Dinge mehr herstellten, nicht mehr Teil eines Tauschsystems waren.

Band 3 „Die Genderung der Welt” zitiert als einzigen nichtfeministischen Bericht über Entwicklungshilfe „Die Herren der weißen Kamele”, in dem beschrieben wird, wie Frauen und Mädchen – also alle außer Kleinkindern, erst spielerisch, später als Arbeit, nützliche und schöne Dinge herstellen, von Körben über Geschirr bis zu weiblichem Schmuck. Solche Dinge sind keine bloße Ware, die für Geld gekauft und weggeworfen wird, sobald sie nicht mehr der neuesten Mode entspricht, sondern eine Gabe, ein Tausch gegen das, was Männer erarbeiten. Die gemeinsame Tätigkeit der Frauen läßt diese ein soziales Zusammensein werden, Teil eines in mehrfacher Hinsicht erfüllten Lebens. Es ist nicht entfremdete Arbeit, sondern wird zusammen mit Freundinnen, Nachbarinnen, Familienangehörigen verrichtet, während die Kinder in Reichweite spielen. Außerdem ist es ein Beitrag für die Familie, Teil eines Tauschsystems. Somit lastet nicht alles allein auf dem Mann, ohne jedoch dessen Aufgane und Bedeutung in Frage zu stellen. Es ist ein Tun füreinander, das sich gegenseitig bedingt, wogegen berufliche Tätigkeit im heutigen Sinn dies nicht tut, oft sogar eine Konkurrenzsituation und eine strukturelle Überflüssigkeit des Mannes schafft, die sich verhängnisvoll auswirkt.

Ohne kulturelle Struktur wurde das Leben, auch das Luxusleben, leer, schal, einsam. Es war tatsächlich der Verlust kultureller Struktur, der die Unzufriedenheit auslöste, die wiederum feministische Wellen zu Folge hatten, die tragischerweise alles genau falsch empfanden und deuteten, und mit ideologischer Verbohrtheit radikal all das auslöschten, dessen Schwinden das Problem erst hervorbrachte, an dem sie litten und das sie unzufrieden machte. Feministische Wellen waren ein Amoklauf der Zerstörung gegen das, was zur Behebung der Probleme, an denen sie litten, gebraucht wird. Feministische Wellen waren in diesem Sinne auch eine gefühlsmäßige Perversion, die Haß auf alles schürte, was in Natur und Kultur zu lieben wäre – sie verbreiteten Haß statt Liebe, und nahmen den Männern alles, was diese brauchen, um die Liebe von Frauen zu gewinnen und das Gefühl weiblicher Liebe auszulösen.

Die von allen feministischen Wellen beschädigten und schließlich ganz ausgelöschten kulturellen Strukturen sind auch Voraussetzung für das Reifen natürlichen Gefühls.

Obwohl wir hier ständig über Probleme von Frauen und Hausfrauen mit dem Verlust kultureller Ergänzungsstrukturen sprechen, weil Frauen treibende Kraft des zerstörerischen Feminismus gewesen sind, sollten wir darüber nicht vergessen, daß Hauptopfer Männer und Männlichkeit waren und sind.

«Despite the perpetration of violence upon Aboriginal women by non-Aboriginals, women survived – establishing for themselves a role within non-Aboriginal society.
Aboriginal men were not so fortunate – they lost their families, role as hunters and ceremonial rights. They were reduced to mere shadows of their ancestors. »

Dies dürfte weltweit für alle Kulturen gelten, die erst unter dem Ansturm der kulturarmen westlichen Zivilisation dahinschwanden, um dann vom Feminismus gänzlich ausgemerzt zu werden. Feminismus ist dabei, alle Männer so zu entwurzeln, wie es bei den Ureinwohnern Australiens bereits geschafft wurde. Dabei sind radikalfeministische Utopien noch nicht einmal berücksichtigt.


Fußnoten

  1.  «I think that the Yonic superstition is in nothing more clearly evinced than in recent criminal legislation. The tender body of a young child may be flayed by a brutal policeman, just because it happens to be of the male sex; if it be of the female, to lay a finger on it is sacrilege, and for precisely the same offence it practically receives no punishment… Then take the clause in the recent Criminal Law Amendment Act, which provides that in the case of illicit intercourse between a boy and a girl, while the boy may be sent to the penal servitude of a reformatory for five years the girl remains absolutely untouched… what conceivable rational ground can there be for limiting the penal consequences to one side of the equation» (To-Day magazine, Oktober 1887 – aus der ersten feministischen Welle!)
  2. «Berlin, May 27
    A revolt of the down-trodden male against the domineering female is on the way in Vienna where the “Rights for Men” League has been founded to start the battle.
    The League, which held its first big mass meeting recently, is composed so far only of bachelors, divorced husbands, and unmarried fathers. The still married husbands, the members insist, would like to join, but their wives won’t let them, which in itself is cited as proof for the need of such an organisation.
    The mass meeting was held under the slogan of “equal rights for men.”
    Sigrud Hoeberth, the president of the League, denied emphatically that the aggressive males were women haters. All the League wanted, he said, was that the preferences and privileges which the women now receive from society, from the State, and especially from the courts, should stop.
    “We love and honour the ladies”, Hoeverth said, “but we want to leave to our descendants once more real mothers and wives, and to prevent their being killed off by the alleged emancipation of the woman.” …
    A large part of the prison inmates, Wollner said, have been put there by the accusations of their own wives. A good number of the inates of insane asylums, he charged, have been put there by their wives because they were in the way.
    “The reason for all this”, Wollner said, “is that the authorities believe the woman everything and the man nothing” … The principal complaint of the league members was against the alimony claims of divorced wives and the claims of support of unmarried mothers.
    The seceratary of the League, Hofeneder, pictured the claims for alimony and support as a cruel persecution of the men, inspired not only by greed but often by revenge and plain “cussedness.”
    Under the present Austrian law, Hofeneder said, the unmarried mother has practically her choice to whom she wants to pick as the father of her child…» (The Daily Gleaner, Kingston, Jamaica, Jun, 19, 1926)

 

Jan Deichmohle auf amazon.

Adverts

8 Kommentare

2 Pings/Trackbacks

  1. 5. November 2015    

    Du schreibst:

    „Rangniedere Männer sollen sich nicht oder wenig fortpflanzen, weswegen wir sie angeboren schlechter wahrnehmen.
    Unfaire Wahrnehmung von Männern ist ein Schutz der Evolution gegen Umgehung des Ausschlusses, weshalb es kein Mitleid für Männer gibt, wohl aber für Frauen.“

    Und schließt:

    „Die Opferrolle des Feminismus beruht auf diesem biologischen Mechanismus, der eine Bevorzugung der Frau darstellt.“

    Dazu folgender Gedanke.

    Die Opferrolle wird meines Erachtens evolutionsbiologisch aus der geringeren Handlungsfähigkeit der Frauen hergeleitet, weil eine größere Handlungsfähigkeit auch ein höheres Risiko impliziert. Die größere Handlungsfähigkeit und die dadurch höhere Mortalität wurden Männern übertragen. Opfer heißt in diesem Zusammenhang „Handlungsunfähigkeit“. Kombiniert mit der Wichtigkeit der Erhaltung der Gesundheit von Frauen zur Gewährleistung der Reproduktion wurde aus einem Opfer, das ausgebeutet werden könnte, ein Opfer, das beschützt wird. Wenn dieses Opfer klagt, dann erhält es Hilfe.

    Wenn du sagst, die Opferrolle des Feminismus „beruhe auf diesen biologischen Mechanismus“, dann meinst du mit dem biologischen Mechanismus die Aussortierung minderwertiger männlicher Gene, welche, um die Effizienz dieser Aussortierung nicht zu gefährden, durch biologisch induziertes fehlendes Mitleid flankiert wird.

    Meines Erachtens folgt aus der Aussortierung männlicher Gene logisch keine Opferrolle der Frau. Die schlechte Behandlung von niederrangigen Männern impliziert noch keine Überhöhung der Frau. Eine überproportional große Menge Spermien im Verhältnis zu einer geringen Anzahl von Eizellen begünstigt die Disponibilität von Männern, aber nicht die positive Opferrolle von Frauen. Sie könnten im Gegenteil aus der Disponibilität der Männer deren völlige Irrelevanz folgern und sämtliche Handlungsmacht an sich ziehen. Das Bestehen auf die Opferrolle ist eine in dieser Hinsicht irrationale Aktion, die mehr Kosten als Nutzen bringt. Sie ist nicht aus der Disponibilität des Mannes zu erklären, sondern aus der Erfahrung geringerer Handlungsmacht seitens von Frauen.

    • 5. November 2015    

      Hallo Andreas,

      das ist eine interessante Ergänzung meiner Begründung. Ich sehe dabei keinerlei Widerspruch zwischen deinen und meinen Aussagen.

      Jedoch begründete ich zwei verschiedene evolutionäre Mechanismen. Der zweite Mechanismus ist Schutz von Kindern und von Müttern und Frauen, die Kinder gebären oder säugen können. Da dies zu einer positiveren Wahrnehmung und Behandlung von Frauen als Männern führt – dieses Mal unabhängig vom männlichen Rang – ergibt sich eine weitere Bevorzugung, die zusammen mit der anderen die weibliche Opferrolle ermöglicht.

      Um Unterschied und Zusammenspiel beider Mechanismen deutlicher zu machen, habe ich den Text in meinem Blog und im Buch geringfügig geändert. Danke für den Hinweis.

  2. 5. November 2015    

    Nachtrag: „Die Funktionsweise dieser wichtigen kulturellen Struktur wird in Kapitel 4 von Band 1, „Kultur und Geschlecht”, beschrieben.“

    Das habe ich in Blog und Buch noch ergänzt.

  3. 6. November 2015    

    Noch eine Ergänzung: “ Solche Bevorzugung wird auf mehreren Wegen sichergestellt; ein vielleicht nachrangiger, aber leichter erkennbarer Weg sind die höheren Stimmlagen von Kindern und Frauen, die Männer besänftigen. Eine glockenhelle weibliche Stimme entspannt Männer und weckt Zuwendung, was auch von moderner Industrie gern benutzt wird, wogegen die tiefe Stimme von Männern im Streitfalle eher aufregend wirkt. Hilfsbereitschaft löst auch das „Kindchenschema“ aus, dem Frauen eher entsprechen als Männer. Weibliche erotische Reize wiederum sind eine altbekannte „Waffe der Frau“. Zu betonen ist: Es gibt weitere, wesentlich mächtigere und stärker verdrängte Methoden, unsere Wahrnehmung Frauen bevorzugen zu lassen. Diese Bevorzugung besteht unabhängig von folgendem Mechanismus: „

  4. Rosta Rosta
    6. November 2015    

    Vielen Dank dir für deinen informativen Artikel.

    • 6. November 2015    

      Danke. Ich arbeite seit 30 Jahren gegen die zerstörerische Ideologie und wurde dafür massiv unterdrückt und verhöhnt. Anders als die Politikerinnen, auf die in den letzten Tagen Anschläge verübt wurden, trete ich nicht für einen „neuen Feminismus“ ein, sondern für das vollständige Überwinden alle feministischer Ideologie, weil sie sehr destruktiv ist und viel Unheil angerichtet hat. Zudem bin ich ein Mann, der noch viel weniger den Mund öffnen darf als Frauen.

      Daher bin ich auch stärker gefährdet, sobald meine Artikel und Bücher etwas bekannter werden.

      Meine Argumente werden jedoch seit 30 Jahren durch Verschweigen, Nichtverlegen, Wegsehen – durch schweigendes Ignorieren unterdrückt. Kauft daher auch meine Bücher, damit die – mit 30 Jahren Verspätung gefundenen – Verlage mich nicht fallenlassen!
      http://www.aavaa.de/sachbuch/Die-Genderung-der-Welt
      http://www.nexx-verlag.de/?product=kultur-und-geschlecht-feminismus-grosser-irrtum-schwere-Folgen
      http://www.amazon.de/s/url=search-alias%3Ddigital-text&field-keywords=Deichmohle+Ideologiekritik+Feminismus+Mann

      Erst wenn sie sich nicht mehr so leicht ignorieren lassen, zünden die nächsten Stufen der Unterdrückung, zunächst wohl persönliche Diffamierung, und wenn der Kritiker dann immer noch da ist, Gewalt, zuletzt Mordversuche.

      Die Unterdrückungsstufe persönliche Diffamierung unter Mißachtung aller sachlichen Argumente – das typische Vorgehen in westlichen Staaten der Epoche – habe ich teilweise bereits erreicht und in einigen Büchern dokumentiert. Das wird noch wesentlich schlimmer werden.

  5. […] System von vielen Männern unterstützt wird. Zu diesem Phänomen gibt es einige Theorien, zu denen Jan Deichmohle einige Gedanken ausgearbeitet […]

  1. Humanismus statt Feminismus - NICHT-Feminist on 26. März 2016 at 20:31

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Newsletter abonnieren

Bitte Liste(n) auswählen:

Alle Artikel einzeln abonnieren

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um über unsere neuen Artikel informiert zu werden.

Spenden für das Magazin:

Per Überweisung:
W. Jacobs
Berliner Sparkasse
IBAN:
DE58 1005 0000 1062 0912 95
BIC: BELADEBEXXX

Mit Paypal:





Anzeige

Der Freitagsbrief

Zitate

  • Wir sollten unsere Symbole für Hoffnung, Freiheit, Gerechtigkeit zurückerobern. W. Jacobs
    Berlin

Zufallsartikel

%d Bloggern gefällt das: